Baltischer Weg: die Kuren kennenlernen

Baltischer Weg: die Kuren kennenlernen. Das sind drei Rundwege, die sich an den historischen Regionen der Kuren orientieren. Auf jeder Route werden neben Objekten im Zusammenhang mit der baltischen Kultur auch verschiedene Lehrprogramme, Unterhaltung und andere Aktivitäten geboten.


HISTORISCHE REGION PILSOTAS 110 km

1.  Burghügel Kalniske (Gargzdai)

Gegenüber der Kleinstadt Gargzdai, auf der anderen Seite der Minija, befindet sich der Burghügel Kalniske in der historischen Region Ceklis, der den Beginn der Stadtgeschichte markiert und 1253 erstmalig in den Quellen als kurische Burg Garisda erwähnt wird. Die Abfolge aus Wällen und Gräben und die steilen Hänge bezeugen, dass hier einst eine mächtige Burg stand. Der wiederhergestellte Burghügel Kalniske ist jetzt ein attraktives touristischen Ziel, von dem aus sich ein wunderbarer Blick auf das Panorama von Gargzdai bietet.

2. Touristeninformation des Landkreises Klaipeda

In der Touristeninformation des Landkreises Klaipeda kann man sich interaktiv mit der Geschichte der Kuren, mit archäologischen Funden von kurischen Waffen und Schmuck bekannt machen. Mit Hilfe smarter Technologien können alle, die dies wünschen, kurische Trachten anprobieren und die Fotos davon an ihr Telefon senden. Zudem besteht die Möglichkeit einen animierten 3D-Film zur Geschichte der Stadt Gargzdai anzusehen, von der ursprünglichen Moorlandschaft bis hin zur Moderne. Und mit VR-Headset kann man sich in ein kurisches Dorf auf dem Burghügel Kalniske (Gargzdai) zurückversetzen lassen.

3. Burghügel Ekete

Der Burghügel Ekete, befindlich in der historischen Region Pilsotas, war eine der größten und mächtigsten Burgen der Kuren. Vom 9. bis 13. Jahrhundert war die Burg ein bedeutendes politisches, militärisches und wirtschaftliches Zentrum. Während dieser Zeit war die Burg durch fünf Erdwälle und vier Gräben geschützt und angrenzend an die Befestigungen gab es eine größere Siedlung. 1972 erfolgten archäologische Ausgrabungen, bei denen verschiedene alte Waffen, Spielzeug, Geräte des täglichen Gebrauchs, wie sie typisch für die Zeit vom 1. bis 13. Jahrhundert waren, gefunden wurden. Heutzutage wird auf dem Burghügel die traditionelle Sonnenwende gefeiert, der Johannistag.

4.  Geheimnisse des Bernsteinfischens

Freunde besonderer Vergnügungen sollten sich die Chance nicht entgehen lassen, selbst einmal zu versuchen, Bernstein aus der Ostsee zu fischen. Damit die Suche nicht umsonst ist, empfehlen wir die Exkursion „Geheimnisse des Bernsteinfischens“ zu buchen. Der professionelle Bernsteinfischer erklärt, auf was zu achten ist und was Bernsteinsammler wissen müssen.

5. Therapien in Karkle

Jeder Besucher von Karkle ist eingeladen, verschiedene therapeutische Beschäftigungen und Kurse zu auszuprobieren. Im Hof „Karkelbeck Nr. 409“ gibt es ein sehr breites Angebot. Man kann eine Bernsteintherapie oder akustische Therapie mit klingenden Schüsseln wählen oder das Malen von Fraktalen, Tanz- und Tontherapie, Massagen usw. Um für eine sichere und behagliche Atmosphäre zu sorgen, muss man sich für diese Programme im Voraus anmelden.

6. Holländische Mütze

Nach dem Rückzug der Vergletscherung entstand aus einer Moräne an der Ostsee ein Steilhang, der Holländische Mütze genannt wurde. Dieser Hügel (eine Parabeldüne, die 24,4 m über den Meeresspiegel reicht) wird ständig von den Wellen ausgespült und hat einen Steilhang von 16-18 m Höhe. Man vermutet, dass die Bezeichnung als Holländische Mütze von der Ähnlichkeit des Hügels mit einer holländischen Mütze herrührt, von der See aus gesehen. Von der Klippe aus sieht man das Meer mit dem Steilufer und dem steinigen Strand.

7. Burg Klaipeda

Die Burg Klaipeda ist einer der historischen Orte, von denen aus die Geschichte der Stadt ihren Anfang nahm. Der Ursprung der Stadt Klaipeda liegt in der Siedlung an der Burg. Die Burg Klaipeda wurde erstmalig in einem Dokument vom 29. Juli 1252 unter dem Namen Memelburg erwähnt. Darin vereinbaren der Landmeister des Deutschen Ordens in Livland Eberhard von Sayn und Bischof Heinrich von Kurland den Bau einer Burg zwischen Nemunas und Dange. Im selben Jahr wurde eine Holzburg errichtet. Heute findet sich auf dem Gelände der Burg das Burgmuseum, ein Konferenzzentrum und eine Ausstellung zum 2. Weltkrieg „Museum 39-45“. Die archäologische Abteilung des Burgmuseums umfasst eine Ausstellung zu den Balten.

8.  Kurs „Den Schmuck der Balten kennenlernen“ im Schmiedemuseum

Das Schmiedemuseum wurde gegründet, um historische und kulturelle Denkmäler der Region Klaipeda zu bewahren. Hier wird der Kurs „Den Schmuck der Balten kennenlernen“ angeboten. Dabei werden alte Handwerkstechniken vorgestellt, die Vielfalt des Schmucks der Balten, deren Ornamentik und ihre Bedeutungen. Im praktischen Teil kann man aus Messing kurischen Schmuck herstellen.

9. Verkostung von Gerichten aus der Wikingerzeit

Bei dieser Veranstaltung werden die Besucher mit der Vielfalt der Speisen des 9. bis 12. Jahrhunderts bekanntgemacht, mit den Besonderheiten der Zubereitung, den verwendeten Gemüsearten und Gewürzen. Die Kursteilnehmer stellen selbst Brotfladen aus Hafer oder Gerste her und backen diese auf dem Feuer. Dann werden diese mit Hanfbutter verzehrt. Feinschmecker können auch Brötchen mit Füllungen aus Mohn, Honig oder Moosbeeren formen und dann über dem Feuer backen. Die Brötchen werden (wahlweise) mit Eichelkaffee, Kräutertee oder Milch verzehrt.  Im Kurs wird archäologisch rekonstruierte Kleidung nach Funden aus den Gräberfeldern von Zviliai, Tytuvenai und Laiviai vorgestellt.

10. Segeln mit dem traditionellen Kurenkahn

Um das Kurische Haff zu erkunden und zu genießen, empfehlen wir eine Segeltour mit dem traditionellen Kurenkahn „Dreverna“. Das Boot kann man für Veranstaltungen mieten und mit Gruppen von bis zu 30 Personen auf dem Haff segeln oder man kann am Programm „Fischroute“ teilnehmen. Der Kurenkahn „Dreverna“ wurde anhand der von Jonas Gizas im 19. und 20. Jahrhundert gebauten Frachtkähne nachgebaut. Eine Kopie befindet sich in der Filiale Dreverna des Heimatmuseums Gargzdai.


HISTORISCHE REGION MEGUVA 100 km

1. Bernsteinmuseum Palanga

Im Palast des Grafen Felix Tyszkiewicz in Palanga befindet sich das Bernsteinmuseum. Die Ausstellung umfasst etwa 5000 Exponate. Im Museum erfährt der Besucher mehr über die Entstehung von Bernstein und seine Bedeutung im Alltag der Balten und speziell der Kuren. In den Vitrinen werden über 70 einzigartige Bernsteine gezeigt, die nicht nur durch ihre Größe (der größte ist der „Sonnenstein“ mit 3,52 kg Gewicht) einzigartig sind, sondern auch durch Form, Farbe und andere Eigenschaften. Das Museum bietet diverse Kurse und Veranstaltungen an. Eine davon nennt sich „Baltische Symbole und Darstellungen“.

2. Birute-Hügel

Wenn man einen der schönsten Orte in Palanga, den Birute-Park, besucht, dann sollte man eine Besteigung des Birute-Hügels nicht auslassen. Hier, auf dem einstigen Gut der Grafen Tyszkiewicz, befindet sich der bisher noch unbeschädigte, hundertjährige Kiefernhain der Birute, der als sakral angesehen wurde. Von dem legendenumwobenen Birute-Hügel, der 21 Meter über den Meeresspiegel ragt, hat man eine schöne Sicht auf das rauschende Meer. Auf dem Hügel wurde Keramik aus dem 1. Jahrtausend gefunden. Eine Burg und Kultstätte stand hier noch vom 10. bis 13. Jahrhundert, am Fuß des Hügels gab es eine Siedlung.

Später wurde hier eine heidnische Kultstätte mit paläoastronomischem Observatorium errichtet. Diese Kultstätte wird mit der Priesterin Birute, der späteren Frau von Großfürst Kestutis und Mutter von Vytautas, in Verbindung gebracht. Diese, so sagt man, lebte hier, hielt das heilige Feuer am Brennen und wurde nach ihrem Tode hier beigesetzt.

3. Kultstätte der Niederlitauer im Sventoji

Die Kultstätte der Niederlitauer (Schemaiten) ist eine 1998 rekonstruierte heidnische Kultstätte mit paläoastronomischem Observatorium, wie sie im 15. Jahrhundert auf dem Birute-Hügel in Palanga gestanden haben könnte. Hier kann man von Künstlern geschnitzte Skulpturen sehen, welche Götter der baltischen Mythologie symbolisieren: Perkunas, Auschrine, Semyna, Austeja, Ondenis, Patrimpas, Patulas, Velnias, Ledas, Sonne und Mond. Wenn die Sonne über dem Meer untergeht, können anhand der Pfosten die Kalenderfeste berechnet werden: Sommersonnenwende, Storchentag (25.3.), Fastnacht, Weihnachten usw.

4. Park der baltischen Mythologie

Im Park der baltischen Mythologie wird die Weltsicht der alten Balten und ihr Verständnis von Aufbau und Funktion der Welt durch visuelle (Holzskulpturen) und akustische (Erzählungen und Gesang) Medien gezeigt. Hier werden die baltische Mythologie erklärt und die Werte der alten baltischen Kulturen gepflegt. Wenn man den Erzählungen des Führers lauscht, kann man viele interessante Dinge über die baltischen Gottheiten und Halbgötter und deren außergewöhnliche Fähigkeiten erfahren. Im Park gibt es das einzigartige „Vadimas-Labyrinth“. Egal welchen Weg man nimmt, man kommt immer im Zentrum des Labyrinths an, beim „Schicksalsbrunnen“.

5. Archäologischer Fundstättenkomplex Senoji Ipiltis

Der archäologische Fundstättenkomplex von Senoji Ipiltis, gelegen in der historischen Region Duvzare, besteht aus 3 Burghügeln, einem Gräberfeld und einem Kultstein. Der archäologische Fundstättenkomplex umfasst den Zeitraum vom Beginn des 1. Jahrtausend bis zum 13. Jahrhundert. Der beeindruckende große Burghügel, genannt Pilale oder Marienhügel, befindet sich jetzt an einem Stausee. Etwas weiter weg, an der Sventoji, befindet sich der Burghügel Karas. Unweit des Burghügels am Hang der Sventoji ist das alte Gräberfeld namens Kriegergräber erhalten. Und neben dem Burghügel Pilale (Marienhügel) am Flüsschen Graistupis befindet sich der Opferstein, an dem eine Quelle entspringt, der heilende Wirkung nachgesagt wird.

6. Bienen- und Waldtherapie auf dem Hof Kalnius

Abgeschiedenheit, Wald, Stille, Pferde, Therapien, das sind die Elemente, die den Hof Kalnius so besonders machen. Die Besucher des Landtourismushofes haben die Möglichkeit, einzigartige Therapien zu genießen. Diese sind dazu bestimmt, Stress abzubauen, Gedanken und Emotionen auszutarieren, während man in einem Häuschen liegt und unter einem tausende Bienen summen. Das beruhigt nicht nur, sondern stellt auch gestörte Biofelder wieder her, stärkt die Immunität, tariert das Nervensystem aus und wirkt insgesamt positiv auf den menschlichen Organismus.

7. Sonnenuhr im Schlosspark Kretinga

Im Schlosspark Kretinga können die Spaziergänger zwischen hundertjährigen Parkeichen, Alleen mit Linden und Kastanien und an den Teichen spazieren gehen. Der Schlosspark hat eine Fläche von 23 ha. 2002 wurde im Park ein astronomischer Kalender mit Sonnenuhr aufgestellt. Hier befinden sich 13 Skulpturen, die alte baltische, kulturelle Traditionen und litauische Kalenderfeste symbolisieren.

8. Museum Kretinga

Im Museum Kretinga kann man eine der größten archäologischen Ausstellungen zu den Kuren besichtigen. Die Besucher werden mit den Gräberfeldern von Anduliai und Lazdininkai bekannt gemacht, mit den Funden vom Burghügel und der Siedlung Imbare. Die Ausstellung richtet ihre besondere Aufmerksamkeit auf den Bernstein und dessen Rolle in der Kultur der Kuren. Im Freien kann man etliche Mühlsteine und Kultsteine besichtigen.


HISTORISCHE REGION CEKLIS 160 km

1. Museum Skuodas

In der historischen Ausstellung des Museums befindet sich das Terminal „Apuole, Zentrum des Kurenlandes“. Interaktiv kann man sich hier mit der ältesten bekannten Siedlung von Litauen bekannt machen, mit dem Burghügel von Apuole, dem Leben der Kuren, der Bewaffnung der Wikinger, der Bekleidung, den Schiffen und ihrer Kriegskunst.

2. Burghügel Apuole

Der Burghügel Apuole ist der am frühesten in schriftlichen Quellen erwähnte bewohnte Ort in Litauen. Hier stand einst die größte und berühmteste Burg der Kuren. Im 9. Jahrhundert war Apuole eines der wichtigsten politischen, militärischen und wirtschaftlichen Zentren der Region Ceklis. Litauische und schwedische Archäologen haben auf dem Burghügel Apuole bedeutende historische Zeugnisse gefunden, darunter einen mit Eichenholz ausgekleideten Brunnen. In der Rimbertus-Chronik wird der brutale Kampf der Kuren auf dem Burghügel Apuole gegen angreifende Wikinger 853-854 geschildert, bei dem die Verteidigung gegen die Dänen damit endete, dass sie sich dem Schwedenkönig Olaf ergeben und Tribut in Form von Waffen, Gold und Silber zahlen mussten.

Heutzutage findet auf dem Burghügel jährlich das „Festival für Kriegskunst und Handwerk der alten Stämme an der Ostsee“ statt. Dabei gibt es eine Nachstellung der Schlacht zwischen Kuren und Wikingern und es wird mittelalterliches Handwerk vorgestellt.

3. Stein von Barstyciai (Puoke)

Der Stein von Barstyciai (Puoke) ist der größte Findling in Litauen und steht damit in der Liste der Rekorde. Dieser riesige Findling ist 13 m lang, 9 m breit, 4 m hoch und wiegt etwa 680 Tonnen. Man geht davon aus, dass er von einem Gletscher aus dem heutigen Schweden hierhergebracht wurde. In der Legende heißt es, dass dort, wo jetzt der Stein Puoke liegt, einst eine heidnische litauische Kultstätte stand. Eine untreue Priesterin erzürnte den Donnergott Perkunas, so dass dieser diese Kultstätte mit Erde überschüttete und darunter war auch dieser große Stein.

4. Park mit energetischen Labyrinthen und geometrischen Figuren

In diesem Park gibt es 5 Labyrinthe, 3 Kuppeln, eine Merkabah und eine auf dem Boden gestaltete Mandala. Labyrinthe gab es schon vor 4000 Jahren und sie werden weltweit in fast allen wichtigen Religionen gefunden. Wie auch die Pyramiden bestehen Labyrinthe aus geometrischen Formen, die einen sakralen Raum schaffen. Die energetischen Labyrinthe haben nur eine Route, die in das Zentrum führen und wieder zurück. Wenn man die Richtung wechselt, dann wechselt auch die mentale Tätigkeit von der rechten Hirnseite zur linken. Das ist einer der Gründe, warum ein Labyrinth dazu beitragen kann, Verständnis, Auffassung und Sensorik zu fördern.

5. Aussichtsturm Siberija

Im Nationalpark Zemaitija wurde auf dem Cidabras-Hügel, umgeben vom Moor Siberija und dem Flüsschen Kunigas, ein 15 Meter hoher Aussichtsturm errichtet. Das Kalkflachmoor Siberija ist eines der wertvollsten Feuchtgebiete im Nationalpark Zemaitija und es steht als moorkundliches Schutzgebiet unter Naturschutz. Vom Aussichtsturm aus hat man eine fantastische Sicht auf die Umgebung von Plateliai und Berzoras.

6.  Burghügel Imbare

Der Burghügel Imbare ist einer der eindrucksvollsten im Kreis Kretinga. Die kurische Burg, die vom 10. bis 13. Jahrhundert auf diesem Hügel stand, war eines der wichtigsten wirtschaftlichen und Verwaltungszentren in der Region Ceklis. Bei den archäologischen Ausgrabungen wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Feuerstein und Metall gefunden, ebenso Keramik und verkohltes Getreide. Auf Initiative der Direktion des Regionalparks Salantai wurde der Burghügel in Ordnung gebracht und für die touristische Nutzung hergerichtet.

7. Exkursion „Auf der Suche nach den kurischen Burgen“

Der beeindruckende Burghügel Kartena wird auf das 8. bis 13. Jahrhundert datiert. Hier stand einst eine Holzburg, die wichtig für die Verteidigung und Verwaltung der kurischen Region Ceklis war. Während der Exkursion werden die Teilnehmer mit dem archäologischen Komplex aus dem Burghügel Kartena und der angrenzenden kurischen Siedlung, mit der Geschichte des Ortes und der Mythologie vertraut gemacht. Bei der aktiven Tour im Tal der Minija kann man die Natur beobachten und besucht schließlich den mythischen Stein „Laumes Kulis“ und die Lourdesgrotte Kartena bzw. Abakai mit Kapelle.

8. Silales Kulis

Silales Kulis ist der fünftgrößte Findling in Litauen.  Der Findling liegt auf einem Hügel, der früher von allen Seiten von Moor umgeben war. Daneben befindet sich noch ein Stein mit Vertiefung und ein Opferstein. Hierbei handelt es sich um Überreste einer heidnischen Kultstätte. Unweit des Steins mit Vertiefung wurde eine Feuerstelle gefunden, die von einem Steinring umgeben war. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass der Stein mit der Vertiefung ursprünglich am nördlichen Rand dieses Steinrings auf einem Fundament aus Steinen als Opferstein gestanden hat. Dieser Stein wurde später an seinen Originalplatz zurückversetzt und damit das Aussehen der heidnischen Kultstätte rekonstruiert. In der Feuergrube wurden Überreste von Feuern, Harz und mit Asche verschmolzener Bernstein gefunden. Anhand der Überreste konnte gefolgert werden, dass hier zu heidnischen Zeiten ein Feuer brannte. Dieser Stein gilt als einer der spätesten Opfersteine im Rahmen des alten litauischen Glaubens. Der Opferstein ist als archäologisches Denkmal geschützt. Archäologen haben festgestellt, dass hier eine heidnische Kultstätte existierte. Diese konnte man von Westen her über einen Knüppeldamm erreichen. Früher gab es rings um diesen Stein einen heiligen Hain.

9. Vaclovas-Intas-Steinmuseum

Das Steinmuseum von Vaclovas Intas ist das einzige Steinmuseum in Europa. Hier gibt es eine Ausstellung im Freien und eine im Gebäude. Dieser Teil der Ausstellung befindet sich in einer Wassermühle, wo verschiedene Gesteinsarten, Fossilien von Tieren und Pflanzen und eine Sammlung  verschiedener Sande nach Farbe und Textur gezeigt wird. Der Ausstellungsteil im Freien umfasst über 150.000 Findlinge verschiedener Form, Herkunft, Größe und Farbe, darunter auch mythische Steine der Kuren. Im Museum werden Exkursionen und Kurse angeboten.

10. Geschichtliches Kurenmuseum Mosedis

In Mosedis gibt es das einzige Museum in Litauen zur Geschichte des Stammes der Kuren. Hier werden Rekonstruktionen von archäologischen Funden gezeigt, darunter kurische Waffen, Schmuck, Hausrat, Werkzeug usw. Die Besucher können im Museum viele interessante Geschichten und emotionale Erzählungen hören. Aufgrund der genauen Rekonstruktionen kann man sehen, wie das eine oder andere Stück einst ausgesehen hat, bevor es unter der Erde endete. Es können auch Werkzeuge und Waffen aus jener Zeit in die Hand genommen werden. Zudem bietet das Museum an, verschiedene Handwerke auszuprobieren, vom Weben am Gewichtswebstuhl bis zur Essenszubereitung über dem offenen Feuer.